Sievering Clinic

Competence Centre for Minimally Invasive Medical Services

Beingeschwür (Ulcus Cruris)

Diagnostik

Die diagnostischen Verfahren zur Abklärung der Ursache gleichen denen zur Abklärung einer CVI.

Bei der Anamneseerhebung sollten erfragt werden:
  • die familiäre Belastung
  • Begleiterkrankungen
  • Risikofaktoren wie die berufliche Belastung und sportliche Aktivitäten
  • Thrombosen
  • Operationen und Traumatisierungen der unteren Extremitäten und der Beckengürtelregion
  • Anzahl und Komplikationen von Schwangerschaften
  • Subjektive Symptome
  • Bei der klinischen Untersuchung muss neben der Abklärung der arteriellen Durchblutung besondere Aufmerksamkeit auf ein Ödem (vergleichende Umfangsmessung) und typische Hautveränderungen (Pigmentierungen, Corona phlebectatica, Atrophie, Induration des Subkutangewebes, Atrophie blanche, Ulzerationen) geachtet werden. Variköse Veränderungen können im Sinne der sekundären Varikose ebenfalls beim post- thrombotischen Syndrom von Bedeutung sein. Wichtig ist auch die Überprüfung der Gelenkfunktionen, besonders des oberen Sprunggelenkes, um ein arthrogenes Stauungssyndrom auszuschließen.

    Außerdem steht neben der Inspektion die medizinische Ganzkörperuntersuchung einschließlich neurologischer und orthopädischer Untersuchung im Vordergrund. Die Ulcusgröße sollte zu Beginn und im Verlauf der Behandlung dokumentiert werden (z.B. Ulcus-Folie). Die Basisdiagnostik beinhaltet die direktionale Dopplersonographie, ggf. mit Darstellung der Dopplersignalkurve und die direktionale Dopplersonographie der Venen sowie ein funktionelles Untersuchungsverfahren wie z.B. die Lichtreflexionsrheographie / Photoplethysmographie. Durch geeignete labor-chemische Untersuchungen sollen systemische Erkrankungen ausgeschlossen werden, die ihrerseits zu Gewebeuntergang führen können (z.B. Anämie, Diabetes mellitus). Therapieresistente und morphologisch ungewöhnliche Ulzerationen müssen histologisch abgeklärt werden (z.B. Malignom-Verdacht).

    Die erweiterte Diagnostik beinhaltet die (farbkodierte) Duplexsonographie des Venen- und ggf. Arteriensystems, die Phlebographie, ggf. in Kombination mit der Phlebodynamometrie, die Varikographie, die Phlebodynamometrie und die Venen-Verschluß-Plethysmographie (VVP). Eine weitergehende spezielle Diagnostik beinhaltet die Magnet-Resonanz-Tomographie, die Intrakompartimentäre Druckmessung und bei klinischen und anamnestischen Hinweisen weitergehende serologische Untersuchungen als etablierte Verfahren.

    Weiterführende Untersuchungen

    Bei dem breiten Spektrum der Krankheitsbilder des Ulcus cruris sind in Einzelfällen weitere Untersuchungen erforderlich. Ein Thrombophilie-Screening mit Bestimmung der Plasmaaktivitäten von AT III Potein S und Protein C ist schon anlässlich der ersten Thrombose indiziert bei allen jungen Patienten mit offensichtlichen Risikofaktoren sowie auch bei älteren Patienten mit familiärer Belastung. Bei klinischem Verdacht auf ein paraneoplastisches Syndrom ist eine Tumordiagnostik anzuschließen. In Einzelfällen sind Computertomographie und NMR-Untersuchungen erforderlich, um das Ausmaß degenerativer Gewebsveränderungen in tiefen Schichten vor der Therapie zu beurteilen. Auch transkutane Sauerstoffdruckmessungen können zur Beurteilung des Therapieerfolges herangezogen werden.